C1 · Test 12

Warum Prognosen scheitern

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1. Lesen

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Prognosen genießen ein Ansehen, das durch ihre Trefferquote nur selten gedeckt ist. Das gilt für Wirtschaftsdaten ebenso wie für technische Entwicklungen.

Ein wiederkehrender Fehler besteht darin, gegenwärtige Trends fortzuschreiben. Was über Jahre gestiegen ist, wird weiter steigen – bis es das nicht mehr tut. Genau die Wendepunkte, auf die es ankäme, werden regelmäßig verfehlt.

Hinzu kommt ein struktureller Anreiz: Wer eine unauffällige Prognose abgibt, wird nicht zitiert. Aufmerksamkeit erhält, wer eine drastische Zahl nennt. Dass sich diese später als falsch erweist, hat für den Prognostiker meist keine Folgen.

Ein Ökonom, der seine eigenen Vorhersagen nachträglich ausgewertet hat, zog daraus einen ungewöhnlichen Schluss: Er veröffentliche seither zu jeder Prognose auch die Bedingungen, unter denen sie falsch wäre.

Dieses Verfahren wäre allgemein empfehlenswert. Es macht Prognosen nicht treffsicherer, wohl aber ehrlicher.

2. Fragen

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