C2 · Test 12

Warum Debatten scheitern

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1. Lesen

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Öffentliche Auseinandersetzungen scheitern selten daran, dass die Beteiligten die Argumente der Gegenseite nicht kennen. Häufiger scheitern sie daran, dass strittig ist, worüber gestritten wird.

Ein und derselbe Streitfall zerfällt bei genauerem Hinsehen in mehrere: eine Tatsachenfrage, eine Frage der Bewertung und eine der Zuständigkeit. Werden sie nicht getrennt, wirkt jeder Beitrag am Thema vorbei, obwohl er es trifft – nur eben ein anderes.

Verschärft wird dies dadurch, dass Zustimmung und Ablehnung inzwischen weniger einer Position als einer Zugehörigkeit gelten. Wer seine Meinung ändert, ändert damit mehr als seine Meinung, was die Kosten des Nachgebens erheblich erhöht.

Ein Vermittler, der zwischen Nachbarschaftsparteien schlichtet, beschreibt seine Arbeit deshalb kaum als Überzeugen. Er lasse zunächst beide Seiten aufschreiben, worum es ihrer Ansicht nach gehe; in der Hälfte der Fälle sei das bereits die Lösung.

Verallgemeinern lässt sich das nur begrenzt. Es legt aber nahe, dass die verbreitete Klage über mangelnde Gesprächsbereitschaft am falschen Ort ansetzt.

2. Fragen

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