Lernen von null · B2.2 · Kapitel 9 · Lektion 4 von 4

Sag mal, weißt du

Speaking TO somebody, not AT them — Feine Wörter, Teil 2

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Dialog

YusufSag mal, hast du kurz Zeit für die Übergabe?

KlaraKlar. Fang an, ich höre zu.

YusufAlso, der Kunde ruft meist am Vormittag an, weißt du.

KlaraVormittags. Verstehe.

YusufUnd die Rechnung geht immer an die Zentrale, nicht an ihn.

KlaraMoment, das habe ich nicht ganz mitbekommen.

YusufEntschuldige. Ich fasse es noch einmal zusammen.

KlaraDanke. So kann ich besser folgen.

YusufDie Rechnung geht an die Zentrale. Alles klar so weit?

KlaraJa, jetzt schon.

YusufGut. Der Rest steht in der Mappe, verstehst du.

KlaraIch nicke nicht nur, ich habe es wirklich verstanden.

YusufSehr gut. Dann bist du dran, wenn er anruft.

KlaraAlles klar. Ich melde mich, wenn etwas unklar bleibt.

YusufMach das. Und unterbrich mich ruhig, wenn ich zu schnell werde.

KlaraVerstehe. Dann sind wir uns einig.

Wörter

  1. ansprechen — to address, to bring something up

    Er hat das Thema selbst angesprochen.

  2. der Gesprächspartner, die Gesprächspartner — the person you talk to

    Sieh deinen Gesprächspartner an, wenn du sprichst.

  3. das Gegenüber, die Gegenüber — the person opposite

    Sein Gegenüber hörte aufmerksam zu.

  4. der Zuhörer, die Zuhörer — the listener

    Die Zuhörer stellten am Ende Fragen.

  5. aufmerksam — attentive

    Sie hat aufmerksam zugehört.

  6. der Blickkontakt — the eye contact (no plural)

    Ohne Blickkontakt wirkt man unsicher.

  7. nicken — to nod

    Er nickte, ohne etwas zu sagen.

  8. das Zeichen, die Zeichen — the sign, the signal

    Ein Nicken ist ein Zeichen, kein Beweis.

  9. das Signal, die Signale — the signal

    Das war ein deutliches Signal.

  10. sich vergewissern — to make sure

    Ich vergewissere mich kurz, ob alle folgen können.

  11. unterbrechen — to interrupt

    Bitte unterbrich mich, wenn etwas unklar ist.

  12. die Zustimmung — the agreement (no plural)

    Er nickte zustimmend.

  13. einbeziehen — to include, to bring somebody in

    Beziehen Sie die Kollegen früh ein.

  14. das Verständnis — the understanding (no plural)

    Danke für Ihr Verständnis.

Grammatik

DIE ANSPRACHE IM GESPRÄCH

Little words that keep the other person with you

  1. A German conversation is not one person talking and one person waiting. The speaker keeps checking that the other is still there, and the listener keeps sending signals back. Both use fixed little phrases — and if you never use them, you sound correct but cold.
  2. THE SPEAKER'S SIDE. These are tacked on to the sentence, set off by a comma, and they invite the other to react: ..., weißt du ..., verstehst du ..., nicht wahr? ..., oder? Sag mal, ... Hör mal, ... „Sag mal“ and „Hör mal“ open a turn: they say „I am starting something now, look at me“.
  3. THE LISTENER'S SIDE. Short answers that mean „I am still with you“. They are not full sentences and they are not rude: Verstehe. / Ach so. / Klar. / Aha. / Genau. / Alles klar. In a talk between two people German expects these small signals. Whoever says nothing at all for a long time seems uninvolved — the speaker cannot tell whether you follow. In a lecture or a large meeting, silence is completely normal.
  4. STOPPING THE SPEAKER POLITELY. There is a fixed set for this, and it is worth learning by heart: Moment, ... / Entschuldige, ... / Kurze Frage: ... Das habe ich nicht ganz mitbekommen. All of them are friendly. „Ich verstehe nicht“ alone sounds harder than a German would say it.
  5. CHECKING IN THE OTHER DIRECTION. As the speaker you ask: Alles klar so weit? / Kommst du mit? / Soll ich das noch einmal sagen? A short check like this every few sentences is normal in German working life and is not seen as talking down.
SPRECHER anhaengen   ..., weißt du / ..., oder? / ..., nicht wahr?
SPRECHER eroeffnen   Sag mal, ... / Hör mal, ...
SPRECHER pruefen     Alles klar so weit? / Kommst du mit?
ZUHÖRER bestaetigen  Verstehe. / Ach so. / Genau. / Alles klar.
ZUHÖRER stoppen      Moment, ... / Kurze Frage: ...
                     Das habe ich nicht ganz mitbekommen.

Tipp: Say something small every few sentences while you listen — „Verstehe“, „Ach so“. It costs one word and changes how the whole conversation feels.

Beispiele

  • Sag mal, hast du kurz Zeit für die Übergabe?
  • Moment, das habe ich nicht ganz mitbekommen.
  • Die Rechnung geht an die Zentrale. Alles klar so weit?

Übungen

  1. Aufgabe 1 — Wer sagt das? / Who says it?

    "Alles klar so weit?"
    (a) der Sprecher      (b) der Zuhörer      (c) beide gleich oft
    Lösung

    (a) der Sprecher. Er prüft, ob der andere noch folgen kann.

  2. Aufgabe 2 — Höflich unterbrechen / Interrupting politely

    Welcher Anfang ist am freundlichsten?
    (a) Moment, kurze Frage:
    (b) Ich verstehe nicht.
    (c) Das ist falsch.
    Lösung

    (a) Moment, kurze Frage: — das ist die übliche freundliche Form. (b) klingt härter, (c) ist ein Angriff.

  3. Aufgabe 3 — Was bedeutet Schweigen? / What does silence mean?

    Wer beim Zuhören gar nichts sagt, wirkt auf Deutsche ...
    (a) als sei er nicht einverstanden
    (b) besonders höflich
    (c) sehr aufmerksam
    Lösung

    (a) als sei er nicht einverstanden. Kleine Wörter wie „Verstehe“ fehlen dann.

  4. Aufgabe 4 — Richtig oder falsch? / True or false?

    "Sag mal, ..." eröffnet einen Redebeitrag.
    Lösung

    richtig / true. Genau wie „Hör mal, ...“.

  5. Aufgabe 5 — Ergänzen / Complete

    Du hast etwas nicht verstanden. Sag es freundlich mit dem Wort
    aus dem Dialog für "nicht ganz gehört haben":
    "Moment, das habe ich nicht ganz ______."
    Lösung

    mitbekommen. (Moment, das habe ich nicht ganz mitbekommen.)

Mini-Test

  1. Frage 1

    Nenne zwei kurze Wörter, mit denen ein Zuhörer zeigt, dass er
    folgt.
    Lösung

    Zum Beispiel „Verstehe“ und „Ach so“. Auch „Genau“ und „Alles klar“ gehören dazu.

  2. Frage 2

    Wie unterbricht man höflich?
    Lösung

    Mit „Moment, ...“, „Entschuldige, ...“ oder „Kurze Frage: ...“.

  3. Frage 3

    Warum ist völliges Schweigen beim Zuhören auf Deutsch
    ungünstig?
    Lösung

    Weil der Sprecher es als Ablehnung oder Desinteresse deutet. Kleine Zeichen halten das Gespräch offen.