Fehlerkultur in Unternehmen
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Kaum ein Begriff wird in Leitbildern so bereitwillig verwendet und so selten eingelöst wie der der Fehlerkultur.
Die dahinterstehende Einsicht ist unstrittig: Fehler, die verschwiegen werden, können nicht behoben werden. In Bereichen, in denen Sicherheit an erster Stelle steht – Luftfahrt, Medizin –, sind daraus längst formalisierte Meldesysteme entstanden.
Deren Wirksamkeit beruht auf einer Bedingung, die häufig übersehen wird: Wer einen Fehler meldet, darf dafür nicht belangt werden. Fehlt diese Zusicherung, entsteht kein Lernsystem, sondern ein Schweigekartell.
Ein Qualitätsmanager beschrieb den Unterschied anschaulich. Entscheidend sei nicht, ob es ein Formular gebe, sondern was beim ersten wirklich unangenehmen Fall geschehe. Daran, und nur daran, messe die Belegschaft die Ernsthaftigkeit.
Fehlerkultur lässt sich folglich nicht verordnen. Sie entsteht – oder eben nicht – im Umgang mit dem Einzelfall.