Die Ökonomie der Aufmerksamkeit
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Dass Aufmerksamkeit knapp ist, wurde lange als Feststellung über den Menschen verstanden. Inzwischen ist sie eine Geschäftsgrundlage.
Angeboten wird dem Nutzer ein Dienst, bezahlt wird mit Zeit – ein Tausch, der deshalb reibungslos funktioniert, weil die Gegenleistung nicht als Ausgabe erscheint. Wer Geld ausgibt, merkt es; wer eine Stunde verbringt, in der Regel nicht.
Daraus folgt eine Gestaltung, die weniger auf Zufriedenheit als auf Verweildauer zielt. Beides fällt keineswegs zusammen: Ein Dienst, der eine Frage rasch beantwortet, verliert seinen Nutzer – und damit seine Einnahmen.
Der übliche Einwand, es stehe jedem frei zu gehen, unterschätzt den Aufwand. Wo Verabredungen, Bilder und Nachrichten an einem Ort liegen, kostet der Ausstieg mehr als Entschlossenheit.
Es spricht wenig dafür, dass sich daran ohne Regeln etwas ändert. Ein Geschäftsmodell gibt seine Grundlage nicht freiwillig auf, mag es sie noch so oft bedauern.