Wenn Sprache Wirklichkeit schafft
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Manche Sätze beschreiben nicht, sie bewirken. Wer ein Versprechen ausspricht, berichtet nicht über eine Verpflichtung, sondern begründet sie.
Sprachwissenschaftler haben diese Fälle früh von den beschreibenden unterschieden. Sie lassen sich nicht wahr oder falsch nennen, sondern nur gelungen oder misslungen – und ob sie gelingen, hängt an Bedingungen außerhalb des Satzes.
Wer nicht befugt ist, kann eine Sitzung nicht eröffnen, so korrekt er den Satz auch formuliert. Die Sprache allein trägt hier nichts; sie wirkt nur, wo eine Ordnung sie trägt.
Interessant wird es in den Grenzfällen. Eine Entschuldigung etwa ist beides zugleich: Sie beschreibt ein Bedauern und stellt zugleich etwas her, das ohne sie nicht bestünde. Ob sie gelingt, entscheidet nicht der Sprecher.
Das erklärt, weshalb Formeln so schwer zu ersetzen sind. Wo Worte etwas herstellen, ist ihre Form nicht Beiwerk, sondern Bedingung.