Lernen von null · C2 · Kapitel 5 · Lektion 4 von 4
Umsatz, Ertrag, Rendite
Revenue, income, return — Fachsprachen, die man wirklich liest
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KadirDie Firma meldet Rekordumsatz. Also läuft es gut?
Herr SteindlDas steht da nicht. Umsatz ist, was hereinkommt, nicht was übrig bleibt.
KadirUnd was ist dann der Ertrag?
Herr SteindlAlles, was das Geschäft an Wert einbringt. Davon gehen Aufwand, Abschreibungen und Steuern weg — dann bleibt der Gewinn.
KadirWarum nennt man dann den Umsatz zuerst?
Herr SteindlWeil er die größte Zahl ist. Wer eine gute Nachricht sucht, nimmt die größte Zahl.
KadirWelche Zahl sagt mir wirklich etwas?
Herr SteindlDie Rendite. Sie setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Geld.
KadirAlso immer eine Zahl im Verhältnis zu einer anderen.
Herr SteindlDas ist die ganze Kunst. Eine Kennziffer ohne Bezugsgröße ist Werbung.
KadirUnd die Liquidität?
Herr SteindlOb heute die Rechnungen bezahlt werden können. Eine Firma kann Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig sein.
Wörter
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der Ertrag, die Erträge — the income, the yield
Der Ertrag liegt unter dem Vorjahr.
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die Rendite, die Renditen — the return
Die Rendite beträgt vier Prozent.
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die Kennziffer, die Kennziffern — the key figure
Eine Kennziffer braucht eine Bezugsgröße.
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der Jahresabschluss, die Jahresabschlüsse — the annual accounts
Der Jahresabschluss erscheint im März.
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die Rücklage, die Rücklagen — the reserve
Aus der Rücklage wird die Reparatur bezahlt.
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das Eigenkapital — the equity (no plural)
Das Eigenkapital deckt ein Drittel der Bilanzsumme.
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die Liquidität — the liquidity (no plural)
Ohne Liquidität hilft der schönste Gewinn nichts.
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der Marktanteil, die Marktanteile — the market share
Der Marktanteil ist leicht gestiegen.
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der Umsatzrückgang, die Umsatzrückgänge — the drop in revenue
Der Umsatzrückgang betrifft nur eine Sparte.
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die Wertschöpfung, die Wertschöpfungen — the value added
Die Wertschöpfung bleibt im Land.
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die Abschreibung, die Abschreibungen — the depreciation
Die Abschreibung mindert den Gewinn auf dem Papier.
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die Ausschüttung, die Ausschüttungen — the distribution, the payout
Die Ausschüttung wurde diesmal ausgesetzt.
Grammatik
DIE SPRACHE DER WIRTSCHAFT
The language of business
- ECONOMIC GERMAN LOOKS LIKE NUMBERS AND IS ACTUALLY VOCABULARY. Almost every misunderstanding comes from four words that sound similar and mean different things. Learn those four and a company report stops being a wall.
- THE FOUR WORDS, in the order in which they get smaller: der Umsatz alles, was hereinkommt der Ertrag was das Geschäft an Wert einbringt der Gewinn Ertrag minus Aufwand, nach Steuer die Rendite der Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Geld Careful with the last one: the first three are amounts in euros, the Rendite is a percentage. A press release that names only the Umsatz has chosen the biggest of the four. That choice is the message.
- THE ONE RULE THAT PROTECTS YOU: a Kennziffer without a Bezugsgröße says nothing. This is the same test as in Kapitel 1 of this course — „verglichen womit?“ — and here it has a name: zwei Millionen Gewinn keine Aussage zwei Millionen bei 50 Mio. eingesetztem Geld vier Prozent The second version is a Rendite, and only that can be compared with anything. (Against the Umsatz instead you get the Umsatzrendite — a different figure with a different name.)
- GEWINN AND LIQUIDITÄT ARE NOT THE SAME THING, and this is where firms actually fail: Gewinn auf dem Papier, über ein ganzes Jahr gerechnet Liquidität Geld auf dem Konto, heute A company can make a profit and still be unable to pay its bills, because the profit is in unpaid invoices. That is not a paradox; it is the normal case.
- SOME WORDS SOUND NEGATIVE AND ARE NOT — a piece of vocabulary that catches out every learner: die Abschreibung normale Verteilung der Kosten auf Jahre die Rücklage gespartes Geld, nicht ein Verlust der Aufwand die Kosten, sachlich, ohne Vorwurf Only „Rückgang“ and „Verlust“ mean what they seem to mean.
vier Wörter Umsatz > Ertrag > Gewinn, dann die Rendite
(hereinkommt / eingebracht / nach Steuer /
im Verhältnis — die Rendite ist ein Prozentsatz)
Regel Kennziffer ohne Bezugsgröße = Werbung
(Kapitel 1: "verglichen womit?")
nicht gleich Gewinn (Papier, Jahr) ≠ Liquidität (Konto, heute)
harmlos Abschreibung, Rücklage, Aufwand
Tipp: In any company report, look for the Rendite first. If it is not there, the firm has a reason — and that reason is worth more to you than the whole first page.
Beispiele
- Umsatz ist, was hereinkommt, nicht was übrig bleibt.
- Eine Kennziffer ohne Bezugsgröße ist Werbung.
- Eine Firma kann Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig sein.
Übungen
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Aufgabe 1 — Was ist der Umsatz? / What is the Umsatz?
(a) was übrig bleibt (b) alles, was hereinkommt (c) das Geld auf dem Konto
Lösung
(b) alles, was hereinkommt. Was am Ende übrig bleibt, ist der Gewinn.
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Aufgabe 2 — Welche Zahl kann man vergleichen? / Which figure compares?
(a) der Umsatz (b) der Gewinn (c) die Rendite
Lösung
(c) die Rendite. Sie ist ein Verhältnis und deshalb vergleichbar.
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Aufgabe 3 — Was fehlt bei "zwei Millionen Euro Gewinn im Jahr 2025"?
(a) die Bezugsgröße (b) das Jahr (c) die Währung
Lösung
(a) die Bezugsgröße. Ohne sie sagt die Zahl nichts.
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Aufgabe 4 — Richtig oder falsch? / True or false?
Wer Gewinn macht, kann immer seine Rechnungen zahlen.
Lösung
falsch / false. Gewinn steht auf dem Papier, Liquidität ist Geld auf dem Konto. Beides kann auseinanderfallen.
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Aufgabe 5 — Rechne um / Work it out
Zwei Millionen Gewinn bei fünfzig Millionen eingesetztem Geld. "Das ist eine ______ von vier Prozent."
Lösung
Rendite. (Das ist eine Rendite von vier Prozent.)
Mini-Test
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Frage 1
Nenne die vier Wörter in der richtigen Reihenfolge.
Lösung
Umsatz, Ertrag, Gewinn — das sind Beträge. Die Rendite ist ein Prozentsatz und steht daneben.
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Frage 2
Warum ist eine Kennziffer ohne Bezugsgröße wertlos?
Lösung
Weil man sie mit nichts vergleichen kann. Zwei Millionen sind viel oder wenig — je nachdem, wovon.
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Frage 3
Nenne zwei Wörter, die schlimm klingen und harmlos sind.
Lösung
Zum Beispiel die Abschreibung und die Rücklage. Auch der Aufwand ist nur ein sachliches Wort für Kosten.